Wo sind all die anderen? Sensing the City

Die Applikation auf dem Handy

Die Applikation auf dem Handy (rot die Aktivitätsorte)

Damit man immer weiss, wo sich andere Menschen rumtreiben und wo die besten (d.h. meistbesuchten) Partys sind, gibt es nun in San Francisco citysense. Sense Networks hat das Handy-Tool entwickelt, welches in Echtzeit die Orte mit hoher Aktivität (hot spots) und Orte mit unerwartet hoher Aktivität (unusually high activity) anzeigt. Dafür werden die GPS-Koordinaten der Nutzer anonymisiert erhoben und mit Adressdaten von Google Maps und Yelp abgeglichen. Zudem werden die Nutzer nach Gruppen eingeteilt, damit man weiss, wo sich Geschäftsleute oder Studenten rumtreiben, damit man immer die richtigen Leute findet. Um die Hinweise und Partytipps noch besser auf den individuellen Geschmack abzustimmen, soll das System weiterentwickelt werden:

In its next release, Citysense will not only tell you where everyone is right now, but where everyone like YOU is right now. The application will compare your history and preferences with those of other users, and show you where you’re most likely to find people with similar tastes at that moment. So each person’s nightlife map will look a little different, and will display a unique top hotspot list. (Quelle)

Ein wunderschönes Tool, um das Aktivitätslevel einer Stadt zu messen. Über citysense berichtet auch der empfehlenswerte elektrische Reporter in der Folge: Mobile Communities: Unterwegs und unter Freunden. Unbedingt anschauen!

Augmented Reality in der Projektpräsentation

http://video.google.com/videoplay?docid=-6139589717404806998

3D-Renderings und Filme sind ja bereits ein weit verbreitetes Mittel zur Präsentation von architektonischen Entwürfen. Einen Schritt weiter ging das dänische Büro BIG, welches sein Projekt 8-house als Augmented Reality Video präsentierte. Der reale Mensch, der sein Projekt erklärt und die schicken Animationen aus dem Computer kommen hier in eindrucksvoller Weise zusammen. Damit wird der Vortrag anschaulicher illustriert als mittels “einfachen” Bildern und zudem die Sterilität vermieden, die so vielen technisch perfekten Animationen innewohnt.

Es ist anzunehmen, dass die erweiterte Realität in Zukunft die Livepräsentation von Architekten und Städtebauern beeinflussen wird. Bereits heutzutage funktiniert dies mittels Google Earth ziemlich gut. Wie, das zeigt der Artikel auf digital urban.

Bürger-Sheriffs - Webcams zur Überwachung

Was vor 2 Jahren noch die Idee eines überwachungskritischen Kunstprojektes war (hierzu auch S. 80), scheint nun Realität zu werden: Grenzüberwachung via Livestream. Wie die Online-Ausgabe des Guardian vermeldet, gibt es nun auf Texasborderwatch.com die Möglichkeit, sich per Mail zu registrieren und als “Virtual Deputy”  illegale Immigranten und Drogenschmuggler zu entdecken. So liegt der bisherige Erfolg bei

2,000lb marijuana seized; “significant numbers” of illegal immigrants turned back.

Ein kritisches Projekt. Zum einen dürfte es schwierig sein, Drogenschmuggler per Webcam zu identifizieren, zum anderen ist es bedenklich, wenn der australische Kneipengänger hoheitliche Aufgaben übernimmt. Aber viellicht ist das Ganze eh nur Fake und jemand wie die Yes-Man stecken dahinter.

Vorschlagsysteme und Sensor-Armbänder

Elektrischer Reporter – Vorschlagsysteme: Mit den besten Empfehlungen

Das ist mal eine Überraschung. In der sowieso immer empfehlenswerten Sendung Elektrischer Reporter, geht es in der letzten Sendung um Vorschlagsysteme, also eins der Grundprinzipien des Web 2.0: “The service automatically gets better the more people use it.” Wir kennen dies z.B. von Amazon oder Last.fm.

Was mich nun besonders begeisterte, war die Tatsache, dass (etwa ab Minute 8 ) Stephan Baumann über Sensor-Armbänder und deren Möglichkeiten, als “Vorschlagsysteme” zu agieren, berichtete. Auch er experimentierte schon mit dem in meinem Forschungsprojekt genutzten smartband. Ich freue mich, wenn die eigene Forschungsrichtung auch woanders fleissig vorangetrieben wird.

Neue Funktionen in Google Earth

http://www.vimeo.com/3093208

Mit viel Tamtam wurde die neue Version 5.0 von Google Earth vorgestellt. Neben den vielfach erwähnten Google Ocean gibt es weitere interessante Features, die gerade für Stadtplanung und Architektur von Interesse sein können. Dies gilt insbesondere für die historischen Luftaufnahmen (mit Datumsangabe) sowie die neue GPS-Funktionalität.

Mit der Funktion der virtuellen Zeitreise ist es möglich, historisches Bildmaterial zu betrachten. Waren bisher die fehlenden, bzw. schwer nachzuvollziehenden Aufnahmedatums ein Problem bei der Nutzung der Luftbilder, so ermöglicht die exakte Datumsangabe nun eine genaue Darstellung der Stadtentwicklung der vergangenen Jahre. Wie im Video zu sehen, kann man nun die Luftbilder der berliner Mitte aus den Jahren 2000, 2001, 2002, 2005 und 2006 anzeigen lassen - man sieht z.B.  den Bau des DHM, des Kommandantenhauses und des Dom Aquaree.

Und wie der Zufall will, liegt neben dem damals noch existenten Palast der Republik ein Banner, auf dem das Wort tod zu lesen ist (am Ende des Videos zu sehen). Ein schönes Symbol für den erfolgten Rückbau des Palastes - der von vielen Palastliebhabern als schmerzvoller Tod empfunden wurde.

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Mapping SuperBowl

Twitterfeeds zum Superbowl, als Spieler Fitzgerald den Außenseiter kurz vor Schluss in Führung bringt.

Twitterfeeds zum Superbowl, als Spieler Fitzgerald die Cardinals kurz vor Schluss in Führung bringt.

Dass twitter als ein schnelles Nachrichtenportal funktioniert, wurde immer wieder am Beispiel der Bombenanschläge in Bombay thematisiert (und kritisiert). Nicht jeder Feed ist richtig, nicht jeder Inhalt informativ - was man aber definitiv ablesen kann sind vielbeachtete Themen. In der Masse zeugen die Feed von Aufmerksamkeits-Wellen.

Auf der Karte zum Super-Bowl in Amerika kann man diesen Effekt sehr schön ablesen. Hier wurden die twitterfeeds, welche sich mit dem Superbowl beschäftigten, nach wichtigen Schlagwörtern sortiert und verortet. Die erhöhte Aufmerksamkeit zeigt sich z.B. wenn ein Spieler wie Fitzgerald 2,5 Minuten vor Ende das Spiel fast dreht (siehe screenshot).

Die Vermessung der Erde in 1:36

http://www.vimeo.com/2598878

Auch wenn es nicht alle Orte dieser Welt sind, so zeigt die wunderschöne Visualisierung von ito, in welcher Geschwindigkeit die Daten von OpenStreetMap (OSM) im Jahr 2008 angewachsen sind.  Die Ergänzungen entstehen  durch Vor-Ort-Erhebung als GPS-Tracks, durch Abzeichnen von Luftbildern und copyright-freien Karten sowie durch den Import von bestehenden Geodaten (Quelle: Wikipedia).

Im Blog von Ito finden sich weitere Bilder zur Entwicklung von OSM.

Interaktive Karten

Innerhalb der hellen Bereiche erreicht der Pendler das Department of Transport in 45 min. (Quelle: mysociety)

Welchen Mehrwert interaktive, dynamische Karten haben, zeigt sich sehr gut an dem Projekt Time Maps, welches mysociety zusammen mit Stamen (über die ich bereits auf urbanophil berichtete) realisierten. Denn der Nutzer kann (Pendler-)Zeit und Wohnungspreise miteinander kombinieren. Die Karten bilden also nicht einen bestimmten Inhalt ab, sondern lassen sich nach Bedarf verändern. Damit geben diese Karten dem Nutzer ein Instrument in die Hand, um die vielfältigen Datenmengen seinen Ansprüchen entsprechend zu betrachten.

Dumm ist nur, dass man als Londonder schnell feststellt, dass ein günstiges Haus sehr weit vom Stadtzentrum entfernt ist.

London in 3D

http://www.vimeo.com/2610674

Immer wieder beeindruckend zu sehen, wie die Entwicklung im Bereich der 3D-Stadtmodelle voranschreitet. Sehr fotorealistisch ist das 3D-Modell für den Bezirk Southwark in London, welches eine Größe von 40 km² umfasst. Im Rahmes des Stadterneuerungs-Projektes Elephant and Castle wurde das 3D-Modell von der Firma GMJ entwickelt und weist - nach Angaben des Videos - eine Genauigkeit von 20mm auf.

Das Modell wird bereits jetzt von den Planern und Architekten genutzt und soll z.B. die “Auswirkungen von städtebaulichen Entwürfen in ihrer Höhe und Dichte” (Ü.d.V.) verdeutlichen.

[via: www.architekturvideo.de]

Google Earth und die Wissenschaft

Grasende Kühe in den Niederlanden (Quelle: feetyouwear)

Dass Google Earth nicht nur ein “Spielzeug”, sondern auch ein Werkzeug für die Wissenschaft ist, zeigt sich zunehmend. Ob es nun die Visualisierung von Vulkanausbrüchen oder historischen Wetter- und Klimadaten ist oder es um die Auswertung von Luftbildern geht, um dem magnetische Sinn von Kühen zu erforschen. Die Luftbilder, haben

“sich als Glückgriff für die Wissenschaft erwiesen”

so der Expeditionsleiter J. Timberlake, der aufgrund dieser Bilder eine Region mit bisher unbekannten Tieren und Pflanzen entdeckte. Und da Google Earth auch (neben anderen Programmen) für mein Projekt “emotionale Stadtkartierung” als Viewer dient, freue ich mich über die Meldung, dass Google demnächst die GPS-Funktionalitäten für Google Earth erweitern wird.